Die Sache mit dem Zeichnen

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Über das Thema Zeichnen habe ich hier schon sehr lange schreiben wollen. Mich interessierten eure Meinungen und Erfahrungen, wenn es darum geht, seine eigenen Fähigkeiten zu beurteilen und mit Misserfolgen umzugehen.
Die Fotos versinnbildlichen grundsätzlich meine Beziehung zum Zeichnen: unvollendet! 
Als Kind liebte ich es zu zeichnen und während meiner Schulzeit hatte ich immer gute Noten im Zeichenunterricht (obwohl man Schulnoten erfahrungsgemäss immer relativ beurteilen muss!;)). Dann kam im Gymnasium plötzlich eine Phase, in der ich es fast hasste zu zeichnen, weil ich der Überzeugung war, nichts zu können. Es war bei jeder Aufgabe immer ein enormer Druck dabei, "so gut zu sein wie die anderen", was immer darauf hinauslief, dass ich meine Arbeit die schlechteste fand. Bei den Besprechungen hoffte ich immer, dass die Lehrperson mal meine Zeichnung lobte oder ein Kompliment für mich heraussprang, doch das war niemals der Fall bzw. ich hörte es nicht oder wollte es nicht hören. Das kann ich im Nachhinein nicht genau beurteilen. 
Diese komische Versagensangst habe ich bis heute. So ist es, dass - wenn ich mich überhaupt überwinden kann, eine Zeichnung anzufangen - ich diese nicht fertigstellen kann. So wie dieses Selbstporträt. Mit dem einen Auge bin ich eigentlich zufrieden, doch ich traue mich nicht, das andere fertigzuzeichnen, weil ich fürchte, dass ich es nicht hinbekomme und damit das ganze Bild (wieder!) ruiniert ist. Tja, und so sammeln sich Bilder dieser Art in meiner Mappe an. Unvollendete.
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Wahrscheinlich müsste ich einfach öfters üben und damit auch Bilder akzeptieren, die "schlecht" sind, aus wessen Sicht auch immer. Aber mit so einer Blockade ist das gar nicht so einfach, auch wenn man sich darüber im Klaren ist. 
Ich bin mir sicher, dass es unter euch viele leidenschaftliche Zeichnerinnen gibt. Kennt ihr das Beschriebene? Wie geht ihr damit um? Wie konntet ihr vielleicht so eine Blockade lösen?
Ich freue mich über eure Tipps!:)
♡Stefanie

Kommentare:

  1. Warum denkst du darüber nach, was schief laufen kann? Was macht es für dich so schlimm, dass es nicht perfekt sein könnte?

    Es gibt eine Geschichte von einem Mönch, der eigenhändig mit Ziegeln ein Kloster baut... Als er die erste Wand fertig hatte, bemerkte er, dass er einen der Steine schief eingemauert hat... Korrektur war nicht mehr möglich und zum neu bauen war kein Material da...
    Er baute weiter an dem Tempel, doch der eine Stein ließ ihn nicht los... Er ärgerte sich sehr, dass es nicht perfekt war...
    Als er mit dem Bau fertig war, kam ein Fremder und bewunderte seone Arbeit... Der Mönch fragte: "aber seht ihr nicht den schiefen Stein? Die Wand ist ruiniert!"
    Der Fremde antwortet nur: "ich sehe den misslungenen Stein... Ich sehe aber auch hunderte Steine, die perfekt gesetzt sind"

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  2. ich habe mal was für dich rausgesucht: http://kreative-journalwelten.blogspot.de/
    da geht es um nach lust und laune zeichnen oder mallen...
    Ich denke wen du Häufiger zeichnest, mallst oder so dan kommt das vertrauen zu dir zurück, villeicht hilft es auch hin und wieder was auf den Blog zu zeigen?

    Oder ich kann auch das buch:
    Zeichnen für verkante Künztler empfelen^^

    ich selber kann so garnicht Zeichnen, das liegt aber leider in der familie, und regelmäßig versuche ich mich trotdem dran

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  3. Thema Zeichnen, das passt.
    Ich habe mir gerade erst gestern nach laaaaaaaanger Zeit wieder einen Zeichenblock gekauft und will heute ein paar Skizzen anfertigen. Nicht von Menschen/Dir wie du....DU kannst wirklich Zeichnen. Ich gehöre zu den Menschlein die alles ein wenig können, aber nie gut genug sind. Mit dem Zeichnen halte ich es also so....ich singe schrecklich gerne, aber wirklich schlecht, also das kann ich nun wirklich nicht, aber es macht mir Spass, mit dem Zeichnen ist es da genau so. Ich mag es einfach, hier und da bin ich dann sogar mit meinem Ergebnis zufrieden, aber eben nur manchmal, selten und dann schmeiße ich alles wieder weg. Bin aber dennoch froh, über die Minuten des Spaßes, den ich dabei empfunden hatte, also los werte Dame, zeichne deine Bilder zu ende.

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  4. Die Frage ist halt: Wieso muss jedes Bild perfekt sein? Wieso nicht ein Bild als Testbild deklarieren, wo du erst alles ausprobieren kannst um später dann das perfekte Bild zu machen? Unfertige Bilder sind auch nicht perfekt. Also probier's doch lieber anstatt halbfertige Bilder zu haben. Zeichne das Auge für das Selbstporträt auf einem anderen Blatt vor und feile daran bis du zufrieden bist. Danach fällt es dir bestimmt leichter es auf dein Originalbild abzuzeichnen.

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  5. Ich zeichne wirklich nicht oft und wenn doch, dann meist mit lockerem Strich und nicht plastisch. Dein Selbstporträt ist doch bis hier aber wirklich sehr gelungen und ich beneide dich darum, dass es auch wirklich Ähnlichkeit mit dir hat! Meine Erfahrung ist: Übung macht den Meister. Also trau dich ruhig, kleine Macken machen deine Zeichnungen doch schließlich einzigarti!

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  6. Ich kenne das sehr gut, bei mir bleibt auch so gut wie jede Arbeit unvollendet, meistens fehlt aber ein Hintergrund oder ähnliches, weil ich einfach Angst habe damit dann alles kaputt zu machen.
    Meine Kunstlehrerin meinte einmal zu mir: Hab keine Angst eine Zeichnung wieder und wieder zu beginnen, manchmal dauert es seine Zeit. Aber bei jedem Versuch weiß man, was man anders machen muss.
    Ein Tipp von meinem anderen Kunstlehrer war einfach darüber zu zeichnen, richtige Linien über die falschen zu setzen. So lernt man dazu und das Ergebnis sieht oft auch noch richtig gut aus.
    Und meine zwei Tipps sind 1. fange mit den Stellen an, vor denen du Angst hast und 2. sehe die "schlechte" Zeichnung als Möglichkeit etwas auszuprobieren. Zum Beispiel Übermalen, Zerschneiden, Collagen anfertigen; da gibt es so viele Möglichkeiten. - Wichtig ist nur: mach weiter und zeichne das Ding fertig auch (oder sogar gerade) wenn es nicht perfekt geworden ist!
    Ich hoffe das war jetzt ein bisschen hilfreich,
    Liebste Grüße,
    Magda

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  7. Also, erstmal finde ich deine Zeichnung schon sehr gut, ich bin mehr der Kritzler und Gesichter sind überhaupt nicht mein Ding... Was mir geholfen hat wenn ich Angst hatte ein Bild zu versauen, zum Beispiel wenn ich es colorieren sollte, war einfach mehrere Kopien zu machen und auszuprobieren. Wie immer: Übung macht den Meister.

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  8. Das Gute am Zeichnen ist ja, dass es egal ist, wie gut oder schlecht die Zeichnung ist, denn letztendlich geht es ja darum Kreativität aufs Papier zu bringen. Ich verstehe dich sehr, denn das Einschätzen eigener Arbeiten fällt mir extrem schwer. Ich denke man schätzt sich selbst grundsätzlich etwas schlechter ein, da man sich gerne mit Anderen vergleicht.
    Was dir bestimmt hilft, ist, einfach drauf loszeichnen! Schlechte Bilder einfach aufheben! Denn meistens kommen nach 10 nicht so tollen Bildern ein richtig gutes! Fühl dich doch frei, Fehler zu machen :) Kritzel ein bisschen drauf los. Du wirst merken, dass die Angst nach und nach vergeht ;)

    Liebe Grüße! Ich finde deine angefangene Zeichnung richtig gut!
    Anna

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  9. mach es doch so: mach das unvollendete zu deinem markenzeichen und zeichne halt nur halbe bilder! denn das, was ich da sehe, ist auf jeden fall gut!

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  10. Hallo liebe Stefanie - ich kann dich gut verstehen. Ich habe schon so einiges ausprobiert was das Zeichnen angeht. Ich habe es am Ende der 13. Klasse im Kunst-Leistungskurs mehr oder weniger auch gehasst und wollte damit nichts mehr zu tun haben und dachte ich bin unfähig. Aber ich bin nach einiger Zeit und immer mal wieder im Laufe der Jahre zu Papier und Block etc. zurückgekehrt. Aber an das gegenständlichen Zeichnen und an Portraits habe ich mich immer noch nicht so richtig wieder heran getraut. Aber es kommt wieder einmal die Zeit. Was mir enorm geholfen hat - loszulassen und zu experimentieren - z. B. "blind" zu zeichnen. Statt auf dein Blatt, schaust du einfach nur auf dein Gegenüber oder dein Spiegelbild und lässt den Bleistift einfach mal so "laufen" ohne großartig zu überlegen. Das Buch "Zeichnen für verkannte Künstler" kann ich auch empfehlen; zeichne da zwischendurch immer gerne; und die Bücher der Autorin Keri Smith z.B. "Mach Mist! Kleines Handbuch für großes Chaos" sind mir vor kurzem auch begegnet, aber noch nicht ausprobiert. Mein absolutes Lieblingsbuch bzgl. Blockaden-Lösen und die Kreativität zu aktivieren: "Der Weg des Künstlers" von Julia Cameron; aber das ist richtig Arbeit ;-) Mir fallen auch noch viele andere Tipps ein, aber die würde ich lieber erst einmal ordentlich zusammenschreiben, vielleicht kann ich sie dann gerne mit dir/euch teilen! Alles Gute und viel Freude beim weiterzeichnen ;-) LG Nicole

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  11. sei mal ein bisschen weniger selbstkritisch (: das machst du ganz gut, auch wenn dus nicht wahrhaben willst. ich kenn das zur genüge... immer dieses "perfekt" sein wollen. hachja.

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  12. Perfekt ist doch langweilig! Will ich ein Bild, das aussieht wie echt, dann mache ich ein Photo... ein Bild braucht, meiner Meinung nach, vorallem "Seele". Der Wunsch etwas zu erschaffen, auszudrücken und nicht nur zu kopieren... ich denke, den sieht man dem Endergebnis auch an. Auch wenn das manchen dann unsauber, krumm, unrealistisch oder eben unfertig erscheint. ;)

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  13. Hey Squeak,

    Perfektion ist auch nur eine Illusion.

    Keep on keeping on!
    Elisas L.

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  14. Du zeichnest wunderschön! Deine Gedanken sind wirklich wirklich interessant. Vielleicht würde es dir ja helfen Zeichenunterricht zu nehmen oder so :)

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  15. Trau dich !!! Nichts ist perfekt. Und auch wenn es im Auge des einen vielleicht perfekt ist - ein anderer würde etwas finden, was nicht hundert prozentig ist.
    Zeichne wie und was du möchtest. Hab Vertrauen in dich selbst. Wenn es am Ende nicht gut genug ist- in deinen Augen- dann schenke es jemandem der es wunderschön findet.
    Deine Zeichnung die du hier zeigst ist für mich wunderschön. Auch wenn sie nicht beendet ist - aber muss sie das?
    Sie lässt somit viel Spielraum für Gedanken und dass macht sie super interessant.
    ;)
    Trau dich einfach. Niemand wird einen doofen Kommentar ablassen wenn es nicht 100 % so ist, wie du es dir vorgestellt hast - denn keiner weiß, wie du es dir vorgestellt hast
    Und du selbst musst lernen nicht so kritisch mit dir selbst zu sein ;)
    grüßle
    Dani

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