Am glücklichsten bin ich, wenn ich ein Stück Wolle und eine Häkelnadel in der Hand halte, wenn ich an der Nähmaschine sitze oder wenn ich Ideen aufschreibe, die ich mit meinem Blog realisieren möchte. Wenn ich etwas koche oder wenn ich ein Foto schiesse. Dann kann ich alles loslassen und meine Gedanken sind konzentriert auf einige einzige Sache. Nichts ist wichtiger. Im Kopf habe ich mein Ziel, welches ich erreichen möchte und der Weg dahin ist genau so schön, wie das Ziel an sich. Ich spüre meine Hände, ich schaue ihnen zu, was sie machen und wie sie es machen. Mit jedem Arbeitsschritt und mit jedem Fehler lerne ich etwas Neues. Ich möchte am liebsten nicht mehr aufhören oder zumindest gleich am nächsten Tag weiter machen.
Oft denke ich, ich sollte doch genau das bei meiner Arbeit als Lehrerin spüren, denn bei dieser Arbeit verbringe ich den grössten Teil meines Tages. Doch wenn ich um 22 Uhr die Häkelnadel hinlegen oder den Laptop schliessen sollte, schlafen gehen sollte, weil ich am nächsten Tag zur Arbeit gehen muss, der Wecker um 6 Uhr klingeln wird, tut mir mein Herz weh. Ich lebe mit dem ständigen Gefühl, zu wenig Zeit für das zu haben, was ich am meisten auf dieser Welt liebe. Kreativ sein. Kreativ in meinem Verständnis, ohne Bewertung, ohne Druck. In meinen vier Wänden und mit meinen eigenen Zielen.

Als Kind war ich immer sehr kreativ. Ich habe viel gebastelt, habe Geschichten geschrieben und die Bilder dazu gezeichnet. Ich habe Tagebücher vollgeschrieben, geträumt, vor dem Spiegel getanzt und gesungen. Wie Kinder halt sind. Dann kam eine Zeit, in der andere Dinge wichtiger schienen. Mit jedem Jahr, das verging, merkte ich aber, das mir etwas im Leben fehlte. Eine Aufgabe. Eine Leidenschaft. Ein Sinn. In mir drin war etwas, das wusste ich. Aber ich konnte es nicht definieren. Von Lehrpersonen und Freunden hörte ich oft, dass ich ein sprachliches Talent besässe. Das zeigten auch meine Schulnoten in Deutsch und Englisch. Darauf war ich auch stolz, doch es gab mir nicht das Selbstwertgefühl, nach dem ich suchte.
Heute kann ich mich glücklich schätzen, dass ich diese Leere in meinem Leben empfand, sonst hätte ich nie gesucht und nie gefunden. Über verschiedenste Umstände und Umwege kam ich zum Bloggen. Zu Beginn skeptisch, dann inspiriert. Das wollte ich auch! Heute meine Antriebskraft hinter allem. Eine Quelle meiner Lebensfreude. Ich könnte mir mein Leben ohne meinen Blog nicht vorstellen. Einige können das vielleicht nicht nachvollziehen oder sehen meinen Blog und klicken sofort wieder weg. Aber ich für mich weiss, welche Bedeutung für mein Leben darin steckt und trotz vieler Zweifel, Sorgen und tausend Gedanken bin ich mir einfach sicher, dass ich das Richtige mache.
Ich möchte meine Tage mit dem verbringen, was ich am meisten liebe. So wie sich das wohl jeder Mensch wünscht. Ich möchte aber nicht immer davon träumen und immer nur abends zwischen 20 und 22 Uhr und am Wochenende an meinen Ideen arbeiten. Ich möchte, dass mein Traum wahr wird. Im Grunde ist es ganz einfach: Ich möchte morgens aufstehen, meinen Kaffee trinken und den Tag mit einer Arbeit verbringen, die mich erfüllt.
Die letzten Monate habe ich damit verbracht, meine Ideen zu konkretisieren und einen Plan auszuarbeiten. Was genau dabei herauskommen wird, wird sich auf meinem Weg zeigen. Und so sehe ich diesen Post hier als eine Art Startschuss für diesen Weg und möchte meinen Blog dazu gebrauchen, meinen Weg zu dokumentieren. Vor allem aber möchte ich mich so antreiben, hart für meinen Traum zu arbeiten. Das ist alles, was ich im Moment weiss und ich freue mich!
Also, los geht’s!
♡Stefanie